Was Unternehmen für ihr Wachstum brauchen

Gutes Saatgut braucht das Unternehmen zuallererst, also eine zündende Geschäftsidee, aus der attraktive Produkte entstehen. Marketing und Werbung sorgen dafür, dass Kunden die Produkte auch kaufen und damit die Saat begießen. Aber wenn ein Unternehmen so richtig durchstarten soll, braucht es noch ein bisschen mehr: Dünger muss her! Und das sind die Wachstumsbeschleuniger.

Dazu gehören die richtige Anzahl der richtigen Mitarbeiter, begeisterte Kunden, ausreichend Kapital, passende Kooperationspartner, wirksame Multiplikatoren, gute Lieferanten, nützliche Kontakte, förderliche Öffentlichkeit. Es ist die Aufgabe des Unternehmers, sich darum zu kümmern, dass alle diese Wachstumsbeschleuniger zur richtigen Zeit, in der richtigen Menge, im richtigen Verhältnis zur Verfügung stehen. Das gilt nicht nur beim Geschäftsaufbau, sondern fortwährend.

 

Mehr Umsatz, mehr Produktion, mehr Mitarbeiter

Wie macht man das nun? Wie immer bei der systematischen Unternehmensentwicklung: Am Anfang stehen die Ziele, deren Erreichung geplant wird. Mit Hilfe dieser Planung lässt sich identifizieren, welche Wachstumsbeschleuniger wann und in welcher Menge gebraucht werden, um die Ziele zu erreichen.

Einfaches Beispiel: Im nächsten Geschäftsjahr soll der Umsatz mit einem Produkt um 15 Prozent steigen. Dafür muss bei gleichbleibendem Preis auch die Produktion um 15 Prozent steigen – wie viele zusätzliche Mitarbeiter werden gebraucht, um das zu bewältigen? Muss eine zusätzliche Maschine gekauft und finanziert werden? Können die Lieferanten die erhöhten Mengen liefern oder wird ein neuer Lieferant gebraucht? Welche Marketingmaßnahmen und welche Öffentlichkeitsarbeit sind erforderlich, um die Absatzmenge in diesem Umfang zu erhöhen? Aus den Antworten auf diese Fragen ergeben sich Menge und Zeitpunkt für die Bereitstellung der notwendigen Wachstumsbeschleuniger.

 

Ein Modell für Wachstum

Wenn die Wachstumsbeschleuniger zur richtigen Zeit vorhanden sind, ist es damit aber noch nicht getan: Der Unternehmer muss auch dafür sorgen, dass das Unternehmen damit etwas anfangen kann, also wirklich wächst. Und dazu braucht es das passende Wachstumsmodell. Ein Unternehmen kann auf ganz verschiedene Weise wachsen: Wird es einfach immer größer, wächst also organisch, muss der Unternehmer immer wieder umstrukturieren und die Organisation darauf anpassen – zum Beispiel indem er eine weitere Managementebene einzieht, etwa Abteilungsleiter ernennt.

Oder ein Unternehmen eröffnet Filialen in anderen Städten oder Ländern. Es kann auch Lizenzen vergeben oder ein Franchise-System aufbauen. Etwas unbekannter ist das Wachstum mittels fraktaler Zellteilung: Das bedeutet, dass immer gleiche organisatorische Strukturen auf allen Ebenen reproduziert werden – man hat sozusagen viele Unternehmen im Unternehmen.

 

Gedankenspiele für die Zukunft

Welches Wachstumsmodell zu einem Unternehmen passt, will gut durchdacht und mit allen Konsequenzen abgewogen werden. Dabei hilft ein Gedankenspiel: Will ein Hersteller zum Beispiel einen Marktanteil von 30 Prozent in einer Zielgruppe erreichen, dann kann er abschätzen, welche Menge dafür produziert und verkauft werden muss. In welcher Organisationsform kann das am besten geschehen? Man stellt sich die Produktion vor, den Einkauf, das Lager, den Vertrieb, den Kundenservice usw.  Und man denkt an die grundlegenden Unternehmenswerte und die Unternehmensvision. Wie kann die Firma unter Berücksichtigung dieser Rahmenbedingungen am besten funktionieren? Welches Wachstumsmodell ist das richtige?

Und noch etwas braucht ein Unternehmen, um erfolgreich zu wachsen: Wachstumsprinzipien. Ausgehend von den Unternehmenswerten und der Vision und unter Berücksichtigung des Wachstumsmodells muss der Unternehmer festlegen: Wie wird bei uns geführt? Was sind die Einstellungskriterien für neue Mitarbeiter? Wie ist das Einstellungsverfahren? Wie werden neue Mitarbeiter eingearbeitet? Wie findet Weiterbildung statt? Die Festlegung dieser Prinzipien gehört auch zur Systematisierung des Unternehmens: [Link] Prozesse werden beschrieben, Begriffe und Rollen definiert, alles dokumentiert. Auch die Wachstumsprinzipien sind ein Wachstumsbeschleuniger, also Dünger für die Unternehmensentwicklung.

 

Reicht das?

Säen, gießen, düngen, so kann man das Prinzip der Wachstumsbeschleuniger auf die Gartenarbeit übersetzen – aber irgendetwas fehlt da noch? Stimmt: Unkrautjäten! Darum, nämlich die Ballastbeseitigung im Unternehmen, geht es dann im nächsten Artikel.