Fachkräftemangel: Strategische Herausforderung für Unternehmer

Bei revoyo geht es immer um das Wachstum von Unternehmen und damit auch die Frage: Was hindert Unternehmen am Wachsen? Und da hören wir zurzeit im Gespräch mit Unternehmern sehr häufig: „Ich würde ja gern wachsen, aber ich finde keine Fachkräfte!“ Und es stimmt ja auch: Der Arbeitsmarkt ist in vielen Branchen wie leergefegt, besonders im Handwerk und in anderen Lehrberufen fehlen die Fachkräfte: Eine gute Konjunktur, immer mehr Studierende und insgesamt weniger Kinder und junge Menschen – während gleichzeitig geburtenstarke Jahrgänge langsam aus dem Arbeitsmarkt verschwinden. Das sind die Tatsachen. Und nun? Wachstum einstellen, Betrieb dicht machen, wenn der letzte Mitarbeiter in Rente geht? Das muss doch irgendwie auch anders gehen! Tatsächlich ist das Gewinnen und Halten der passenden Fachkräfte zu einer zentralen strategischen Aufgabe für Unternehmer geworden.

Fachkräfte suchen Unternehmen – nicht umgekehrt

Klar ist: Heute suchen sich nicht mehr die Unternehmer ihre Mitarbeiter aus, sondern potenzielle Mitarbeiter suchen sich ihren Arbeitgeber aus. Das erfordert tatsächlich ein grundlegendes Umdenken. Die meisten Unternehmer sind noch daran gewöhnt, dass sie eine Stellenanzeige in der lokalen Tageszeitung veröffentlichen, darauf ein Stapel Bewerbungen eingeht und sie dann daraus eine geeignete Fachkraft auswählen. Aber so funktioniert das heute nicht mehr! Eine Stellenanzeige in der Tageszeitung allein reicht nicht mehr aus, Online-Portale und Social Media sind dazu gekommen und außerdem: eine standardmäßig formulierte Stellenanzeige lockt heute nicht mehr genügend Fachkräfte an.

Was bietet das Unternehmen Fachkräften?

Fachkräfte müssen umworben werden! Dazu gehört eine passende Rekrutierungsstrategie, aber die eigentliche Arbeit beginnt lange vorher, und zwar mit der grundlegenden Frage: Warum sollte jemand bei uns arbeiten wollen? Was haben wir eigentlich zu bieten? Und damit ist nicht die Bezahlung gemeint! Auch wenn die Kohle stimmen muss, geht es hier doch viel mehr um andere Dinge: Wie sind die Arbeitszeiten – sind sie fix oder flexibel? Wie kann ich Job und Familie zufriedenstellend verbinden? … Aber auch: Welche Möglichkeiten zur Weiterbildung werden geboten? Wie viel Entscheidungsfreiheit gibt es, wie stark kann ich mich einbringen? Kann ich mich in der Firma weiterentwickeln? Wie ist das Betriebsklima? Wie modern, spannend, interessant ist das Unternehmen? Auf diese Fragen muss jedes Unternehmen individuelle Antworten finden und Wege suchen, sich von den Wettbewerbern auf dem Arbeitsmarkt abzuheben und die nötigen Fachkräfte zu bekommen.

Neue Ideen und Kooperation sind gefragt

Eine Möglichkeit, für die Zukunft Fachkräfte zu gewinnen ist natürlich auch die Ausbildung. Ja, auch Azubis sind schwer zu finden – hier gilt das oben Gesagt. Und die Klage über mangelnde Ausbildungsreife ist auch schon so alt, dass niemand die Hoffnung haben sollte, dass sich das bald ändert. Vielleicht müssen die Betriebe doch mehr Grundausbildung übernehmen als gewünscht – wie soll es sonst gehen? Oft hört man zur Ausbildung auch das Argument: „Wenn ich ausbilde, sind die nach der Ausbildung weg, weil sie was Neues kennen lernen wollen.“ Stimmt, aber das ist doch eigentlich ein Grund zur Freude: Wer möchte keine neugierigen, wissbegierigen, veränderungsbereiten Mitarbeiter? Vielleicht können mehrere Unternehmen kooperieren und die jeweils anderen Auszubildenden für eine gewisse Zeit übernehmen. Oder man zeigt klare Entwicklungsperspektiven auf – eventuell inklusive externer Weiterbildung. Auch die Kammern und Verbände sind hier gute Partner. Es führt kein Weg daran vorbei: Das Thema Fachkräfte braucht viel Aufmerksamkeit und Kreativität.

Ja, das Fehlen von Fachkräften kann zur echten Wachstumsbremse werden! Genau deshalb ist das Thema Personal und alles was damit zu tun hat, genauso wichtig wie die richtige Unternehmensstrategie, gute Produkte und alles andere – es ist absolut wachstumskritisch. Und genauso muss es von den Unternehmern auch behandelt werden.

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